Kürbis Häkeln Mit Stiel - Anleitung Für Den Kleinen
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Sabine KrügerSabine Krüger08.08.2026ZUR ANLEITUNG

Es gibt Projekte, die brauchen einen ganzen Wochenendtag – und es gibt diesen Kürbis. Ich habe ihn an einem nasskalten Nachmittag im Oktober gehäkelt, während draußen der Wind die letzten Blätter vom Apfelbaum geholt hat, und noch vor dem zweiten Tee war er fertig. Das Chenille-Garn macht hier den Unterschied: es bringt schon von selbst Fülle mit und lässt die typischen Kürbisrippen fast automatisch entstehen. Wer bisher nur mit dünner Baumwollwolle gehäkelt hat, wird den Unterschied sofort merken.

Was ihr für den Kürbis braucht

Material für den Kürbis häkeln mit Stiel: Chenille-Garn, Häkelnadel und Naturzweig auf dem Tisch

Bevor es losgeht, kurz zum Material, das auf dem Tisch liegt: ein Knäuel Chenille-Garn in der Stärke Super Bully, hellgrau, dazu eine Häkelnadel in 6 mm. Das Garn ist dicker und weicher als die Baumwollreste, mit denen ich sonst Amigurumi häkle – dadurch geht die Arbeit erstaunlich schnell, aber die Maschen sind auch schwerer zu erkennen. Wenn ihr zum ersten Mal mit Chenille arbeitet: keine Sorge, wenn ihr die einzelnen Maschen kaum unterscheiden könnt. Das geht mir bis heute so.

  • Füllwatte – für die runde Form, nicht zu wenig nehmen
  • Stumpfe Wollnadel – zum Vernähen und für die Rippen später
  • Schere
  • 1 kleiner Naturzweig, 3–4 cm – als Stiel, am besten trocken und fest

Die Abkürzungen MR, fM, zun und abn begleiten euch durch die ganze Anleitung. Gehäkelt wird durchgehend in Spiralrunden, ohne Kettmaschen am Rundenende.

Der Anfang: Magic Ring und die ersten Zunahmerunden

Erste Zunahmerunden beim Kürbis häkeln formen aus dem Magic Ring einen flachen Kreis aus 18 Maschen

Der Magic Ring ist für viele der schwierigste Moment am Anfang – bei mir sah das erste Mal auch eher aus wie ein Wollknäuel mit Ambitionen als wie ein Ring. Zieht den Fadenring fest zu, sobald die sechs festen Maschen sitzen, sonst bleibt später ein kleines Loch in der Mitte offen.

Danach geht es mit Zunahmen weiter, damit aus dem Ring ein flacher Kreis wird:

  • Runde 2: 6× zunehmen = 12 Maschen
  • Runde 3: (1 fM, zunehmen) ×6 = 18 Maschen

Markiert euch den Rundenanfang – ohne diesen Punkt verliert man in Spiralrunden schnell die Übersicht, und dann stimmt die Maschenzahl am Ende nicht mehr. Nach Runde 3 habt ihr einen flachen, gleichmäßigen Kreis mit 18 Maschen.

Weiter zunehmen bis zur richtigen Kreisgröße

Runde vier und fünf beim Kürbis häkeln vergrößern den Kreis auf 30 feste Maschen

In Runde 4 und 5 wächst der Kreis weiter, allerdings nicht mehr in jeder Masche:

  • Runde 4: (2 fM, zunehmen) ×6 = 24 Maschen
  • Runde 5: (3 fM, zunehmen) ×6 = 30 Maschen

Wichtig ist, wie locker ihr häkelt. Zieht die Maschen nicht zu fest, sonst wölbt sich der Kreis schon jetzt nach oben, statt flach zu bleiben – und die spätere Kugelform wird schief. Bei mir hat sich das Garn in dieser Phase manchmal etwas verdreht, weil Chenille eine Vorzugsrichtung hat. Einfach zwischendurch das Knäuel herunterhängen lassen, dann dreht es sich zurück.

Nach Runde 5 habt ihr einen gleichmäßigen Kreis mit 30 Maschen – der Durchmesser, mit dem der Kürbis weiter aufgebaut wird.

Der Körper wächst: fünf Runden ohne Zunahme

Fünf gerade Runden ohne Zunahme lassen beim Kürbis häkeln die Schalenform des Körpers entstehen

Ab jetzt wird es unspektakulär, aber genau das ist der Trick: Runde 6 bis 10 häkelt ihr je 30 feste Maschen, ohne Zunahmen und ohne Abnahmen. Fünf Runden lang immer dasselbe.

Genau in diesen ruhigen Runden entscheidet sich, wie rund euer Kürbis später wird – nicht in den auffälligen Zunahme- oder Abnahmerunden.

Ohne weitere Zunahmen kann sich die Arbeit nicht mehr flach ausbreiten, sie beginnt sich zu wölben. Auf dem Foto seht ihr das schon deutlich: aus dem flachen Kreis ist eine kleine Schale geworden, mit fünf geraden Runden Wand.

Wenn euch diese Phase zu lang vorkommt: Sie ist es auch ein bisschen. Aber gerade weil hier nichts weiter passiert, lässt sich die Runde gut nebenbei häkeln, während im Hintergrund der Kachelofen anspringt.

Abnahmen beginnen: die Öffnung wird kleiner

Erste Abnahmerunden beim Kürbis häkeln verengen die Öffnung auf 18 Maschen

Jetzt dreht sich die Richtung um. In Runde 11 häkelt ihr (3 fM, 2 M zusammenhäkeln) ×6 = 24 Maschen, in Runde 12 folgt (2 fM, 2 M zusammenhäkeln) ×6 = 18 Maschen.

Eine Abnahme ist nichts anderes als zwei Maschen zusammenzuhäkeln, statt sie einzeln abzuarbeiten – dadurch wird die Rundung enger, und aus der offenen Schale wird langsam wieder eine geschlossene Form. Achtet darauf, dass die Abnahmen gleichmäßig verteilt bleiben, sonst zieht sich die Öffnung an einer Seite schneller zusammen als an der anderen, und der Kürbis bekommt eine schiefe Spitze.

Auf dem Bild seht ihr, wie die Öffnung oben schon deutlich kleiner geworden ist als der Bauch darunter – genau der Moment, in dem aus der Häkelarbeit tatsächlich eine kleine Kugel wird.

Füllen und die Öffnung schließen

Die fest gestopfte Kugel wird beim Kürbis häkeln mit der Wollnadel sauber geschlossen

Bevor die Öffnung ganz zu klein wird, kommt die Füllwatte hinein – lieber etwas fester stopfen, als ihr zunächst für nötig haltet, denn Chenille-Garn gibt später beim Formen der Rippen nochmal etwas nach.

  1. Runde 13: (1 fM, 2 M zusammenhäkeln) ×6 = 12 Maschen
  2. Runde 14: 6× 2 M zusammenhäkeln = 6 Maschen

Den Faden lasst ihr lang, ihr braucht ihn gleich noch für die Rippen. Mit der Wollnadel zieht ihr den Restfaden durch die vorderen Maschenglieder und näht so die Öffnung fest zusammen. Wenn an dieser Stelle noch ein kleines Loch bleibt, einfach nochmal nachziehen – bei meinem ersten Kürbis musste ich genau hier später Watte nachschieben, weil ich zu früh zugezogen hatte.

Die typische Kürbisform: Rippen mit dem Restfaden

Der Restfaden formt beim Kürbis häkeln sechs gleichmäßige Rippen für die typische Kürbisform

Dieser Schritt ist mein liebster – hier wird aus der grauen Wollkugel plötzlich ein Kürbis. Fädelt den Restfaden in die Wollnadel ein, stecht von oben nach unten durch die Mitte der Kugel und führt den Faden anschließend sechsmal gleichmäßig um den Körper, immer von oben durch die Mitte nach unten und außen zurück nach oben.

Nach jeder Runde zieht ihr leicht an – nicht ruckartig, sondern gleichmäßig, sonst verzieht sich eine Rippe stärker als die anderen. Genau diese sechs Einschnürungen sorgen dafür, dass aus der glatten Kugel die typischen Kürbisrippen entstehen. Bei mir ist die erste Rippe immer die ungleichmäßigste, weil ich noch nicht genug angezogen habe – das gleicht sich meist mit der zweiten oder dritten Rippe wieder aus.

Stiel einsetzen und den Kürbis fertig ausformen

Der fertige Kürbis häkeln mit Stiel zeigt Naturzweig und sanft ausgeformte Rippen bei etwa 9 cm Größe

Zum Schluss kommt der Naturzweig, 3–4 cm lang, mittig oben in die Kugel. Bei mir hat der Zweig meist von selbst fest genug gesessen, weil die Öffnung durch das Chenille-Garn eng genug ist – bei Bedarf könnt ihr aber einen Tropfen Textilkleber dazugeben, damit er nicht wieder herausrutscht.

Optional: Knetet die Oberfläche vorsichtig zwischen den Fingern durch, dann werden die Rippen weicher und wirken gleichmäßiger. Das könnt ihr auch weglassen, wenn euch die etwas strukturiertere Optik lieber ist – beide Varianten sehen auf einem Herbsttisch gut aus.

Am Ende steht ein kleiner Kürbis mit rund 9 cm Durchmesser vor mir, und ehrlich gesagt hat mich die Form beim ersten Versuch selbst überrascht – so viel Kürbis aus so wenig Aufwand hätte ich nicht erwartet.

Für mich ist dieser Kürbis genau das Projekt für einen einzigen Nachmittag – kein aufwendiges Muster, kein seitenlanges Zählen, sondern acht ruhige Runden, die sich fast von selbst zu einer Form fügen. Auf meiner Fensterbank stehen inzwischen drei davon, alle leicht unterschiedlich schief, und genau das gefällt mir daran.

Kürbis Häkeln Mit Stiel - Anleitung Für Den Kleinen
DIY-Anleitung Pin
Kürbis Häkeln Mit Stiel - Anleitung Für Den Kleinen
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Ich zeige euch Schritt für Schritt, wie ihr einen kleinen Kürbis mit Stiel häkelt – mit Chenille-Garn, Magic Ring und echtem Naturzweig als Stiel für die Deko.
Herbstdeko / Amigurumikürbis häkeln mit stiel
VORBEREITUNG5 Min
Arbeitszeit55 Min
GESAMTZEIT60 Min
Ergebnis1 Kürbis
SchwierigkeitMittel
Kostenca. 4 €
Material
  • Material
Schritte
1
Material bereitlegen
Chenille-Garn, 6 mm Häkelnadel, Füllwatte, Wollnadel, Schere und Naturzweig griffbereit hinlegen.
2
Magic Ring und Runde 1–3 häkeln
MR mit 6 fM häkeln, dann Runde 2 auf 12 und Runde 3 auf 18 Maschen zunehmen, Rundenanfang markieren.
3
Runde 4 und 5 häkeln
Locker weiter zunehmen: Runde 4 auf 24 Maschen, Runde 5 auf 30 Maschen.
4
Körper aufbauen (Runde 6–10)
Fünf Runden je 30 fM ohne Zu- oder Abnahmen häkeln, dabei darf sich die Form zur Schale wölben.
5
Abnahmen beginnen (Runde 11–12)
Runde 11 auf 24 Maschen, Runde 12 auf 18 Maschen abnehmen, Abnahmen gleichmäßig verteilen.
6
Füllen und schließen (Runde 13–14)
Fest mit Füllwatte stopfen, Runde 13 auf 12 und Runde 14 auf 6 Maschen abnehmen, Faden lang lassen und Öffnung vernähen.
7
Rippen formen
Restfaden von oben durch die Mitte stechen, sechsmal gleichmäßig um den Körper führen und nach jeder Runde leicht anziehen.
8
Stiel einsetzen
Naturzweig mittig oben einsetzen, bei Bedarf mit einem Tropfen Textilkleber fixieren und die Form sanft ausrichten.

Gut zu wissen: eure Fragen

Kann ich normale Baumwollwolle statt Chenille-Garn verwenden?

Ja, das geht, aber die Rippen werden dann nicht so weich und plüschig, weil Chenille schon von Natur aus mehr Volumen mitbringt. Mit Baumwolle müsst ihr die Rundzahlen nach dem Anziehen der Rippen eventuell etwas fester ausrichten.

Wie groß wird der fertige Kürbis mit dieser Anleitung?

Mit einer 6 mm Nadel und Chenille-Garn in Super Bully liegt der Durchmesser bei etwa 9 cm. Mit dünnerem Garn wird er entsprechend kleiner.

Muss der Stiel unbedingt ein echter Naturzweig sein?

Nein, ihr könnt auch braunes Garn oder eine kleine Zimtstange nehmen. Wenn Kinder im Haushalt sind, achtet darauf, dass Zweig und Watte fest sitzen, weil kleine Teile abgehen könnten.

Was tun, wenn die Maschenzahl nicht mehr stimmt?

Markiert von Anfang an den Rundenbeginn und zählt nach jeder Runde einmal durch. So findet ihr eine falsche Zunahme oder Abnahme sofort, statt erst am Ende zu merken, dass etwas nicht passt.

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